Die Geschichte der Aikido Schule Langenthal
Gegründet 11. April 1980
Ja… äh…. Es war einmal 1976 eine Töffli-Gäng… ca. 20 Lausejungs mit grossen angeschriebenen, ausgefransten Jeans-Jacken…. Richtig böse „Möchtegern-Rocker“.
Die waren mal wieder so am Freitag-Abend auf der Strasse unterwegs, da macht doch ein 17-Jähriger mit seinem „leicht“ frisierten (heute sagt man getunten) Töffli den grossen Fehler bei dieser „Gäng“ anzuhalten…….
Da kommt einer der Gäng und sagt: He…! Du hast mich doch letzten Samstag, draussen vor der Disco blöd angequatscht…! Was sollte das?!
Ehhh…. Nichts…. Kam die kleinlaute Antwort… Offenbar die falsche Antwort! Der 17-Jährige (Fritz) wird vom Gäng-Mitglied aus St.Gallen sofort gepackt, geschlagen und zu Boden geworfen… Aber nicht genug…. Am Boden wird noch auf den armen Fritz eingetreten (Scheisse). In der Zwischenzeit „kümmern“ sich die Freunde des Gäng-Mitglieds um das Töffli vom Fritz und quälen auch Dieses (kaputtes Licht… Schutzbelch… usw.)
Traurig, geschlagen und wütend bleibt Fritz nach einer Weile alleine liegen als die Gäng endlich abzieht. Beim Nachhauseschieben des Töffli macht sich der Fritz so seine Gedanken: Nie mehr möchte er in seinem Leben so hilflos der Gewalt ausgesetzt sein!
Somit fällt bald ein Grundsatzentscheid. Fritz möchte mit Handballspielen aufhören und sich der Kampfkunst zuwenden. In Gossau gibt es einen Judo- und Jiu-Jitsu-Club. Dort fängt Fritz mit grossem Eifer an zu trainieren.
Aber da ist noch so ein Kollege der schwärmt ihm immer vom Aikido vor. „Weißt Du… wir üben auch mit Holzwaffen: Holzmesser, Holzschwert und Holzstock, das ist Mega-Cool!
Wow… das will Fritz natürlich auch und so kommt er zur ersten Aikido-Lektion bei Willi Frischknecht 6.10.1976, im Schönengrund AR.
Willi Frischknecht und das Aikido-Wunder
Wie macht das der Willi nur?! Es sieht so einfach aus! Der Willi wird gepackt… was macht er?... Pahhh… er lacht den Angreifer einfach herzlich an… fängt an seine Energie auszustrahlen…. Und plötzlich fliegen die Angreifer durch die Luft oder leigen festgehalten am Boden….!
Wenn aber der Fritz das selbe probiert ist es einfach nur schwierig…. Aller Anfang ist schweeeeer!
Aber zum Glück hilft der Willi geduldig und unermüdlich… auch die vielen TrainingskollegInnen helfen und erklären…. Und so kommen langsam die Fortschritte und die vielen „Flugstunden“ fangen an Früchte zu tragen.
Ikeda-Sensei, der japanische Aikido-Meister kommt
Willi ist auch im Verband der Schweiz (www.aikikai.ch) aktiv und reist an einem Wochenende
1977, nach Zürich zu einem Wochenendlehrgang (Stage). Dort hat ein Japaner unterrichtet.
Und der wurde von der Weltzentrale in Tokyo, Japan in die Schweiz gesandt um hier das Aikido zu unterrichten. Er heisst Masatomi Ikeda und ist Träger des 6.Dan Aikikai
(Grad eines Aikido-Professors). Offenbar hat er den Lehrern in der Schweiz (inkl.Willi) sehr grossen Eindruck gemacht. Als er das erste mal in unser Dojo kommt…. Wow… waren wir gepannt… und tatsächlich…. Der steht da wie ein Fels und bewegt sich trotzdem blitzschnell und elegant und vor allem sehr präzis! Für Fritz ist klar… das ist sein Aikido-Meister! Von dem will ich alles lernen!
Das Aikido gibt’s nun auch im Emmental und Oberaarau
Nach der Berufslehre und dem Militätdienst will Fritz sein Leben selber gestalten und zieht aus der Ostschweiz nach Huttwil ins Emmental 1979. Seit 3 Jahren macht er neben der Arbeit sehr viel Aikido (mit Judo und Jiu hat er nach 1 Jahr aufgehört). Er reist, wenn immer möglich, Ikeda-Sensei zu seinen Trainings und Wochenendlehrgängen nach. Iked-Sensei besucht die Dojos in der Schweiz und leitet Lehrgänge an den Wochenenden in verschiedenen Regionen der Schweiz. Besonders intensive Lehrgänge sind die „Tanren-Kai“. Die Trainingseinheiten sind da 3 Stunden am Stück.
Was in Huttwil noch fehlt ist ein Aikido-Dojo. Wird das wohl klappen in einem 5000-Seelen Städtli?
Nachdem 3 Tonnen Alteisen entsorgt sind kann der Raum in der alten Textilfabrik gemietet werden. Es muss aber eine Matte konstruiert werden (50m2). Nach dem erfolgreichen Ausbau wird am 11.April 1980 gestartet. Kindertraining, Erwachsenentraining und Holzwaffentraining wird von Beginn weg der Bevölkerung von Huttwil und Umgebung angeboten. Uns siehe da…. Es läuft!
Im Kindertraining taucht eines Tages eine kleine Anja (7 Jahre) und ein Mischa (11 Jahre) auf. Beide sind dem Aikido bis heute treu geblieben…. und haben mittlerweile geheiratet.
Erich Oberli und Peter Näf fanden Aikido auch schon in Huttwil toll und haben dem Umzug nach Langenthal mitgemacht.
Aikido zieht nach Langenthal (Die Metropole im Oberaargau)
Die Dojomiete kostete in Huttwil im ehemaligen „Alteisenlager“ zuerst Fr. 40.—im Monat. Die Beiträge der Mitglieder konnten so auch für die regelmässige Werbung investiert werden. Immer mehr Leute kamen ins Training aus Langenthal und Umgebung. Auch Fritz arbeitete nun in Langenthal in Teilzeit beim Schweizerischen Roten Kreuz. So beschlossen die Mitglieder 1992 Aikido nun neu in Langenthal (Dennli-Quartier) anzubieten und wir konnten einen tollen Raum für Fr. 1200.—im Monat mieten. Der grössere Raum, mit zeitgemässer Einrichtung (Duschen, Küche und kleines „Aikido-Beizli“) war sehr beliebt und wir konnten die Mitgliederzahl steigern.
Grosses Trainer-Kader
Ikeda-Sensei unterrichtete alle zwei Monate in Langenthal. Fritz Heuscher machte 1994 die Prüfung zum 4.Dan Aikikai und konnte nun auch selber bis zum 2.Dan prüfen. Mischa Birrer übernahm immer mehr Verantwortung für die Schule und Fritz konnte so als Assistent von Ikeda-Sensei in Moskau, Oesterreich, Holland und Luxemburg Seminar-Leiter-Erfahrung sammeln und Ikeda-Sensei unterstützen.
Für die Aikido-Schule in Langenthal haben viele Leute lange Zeit Freiwilligenarbeit gelesitet und Kinder und Erwachsene im Aikido unterrichtet. Bisher war niemand angestellt und bezahlt für den Unterricht. Allen Trainerinnen und Trainer sei an dieser Stelle gedankt!
Ganz besonderen Dank geht dabei an Ikeda Masatomi…. unseren Aikido-Meister. Er musste leider 2001 mit Aikido aufhören aus gesundheitlichen Gründen. Er ist nach Japan zurückgekehrt und lebt dort in einer Tagesheim-Struktur.
2009 kommt das neue Dojo an der Gaswerkstrasse 66, Langenthal Ein Traum wird wahr..!!
Vom Dennli (Verkauf) in Langenthal zogen wir ins Hotel Dreilinden in Langenthal. Doch auch das Hotel wurde nach 5 Jahren (2007) verkauft und wir mussten uns neu orientieren. Nach Zwischenlösungen an der Gaswerkstrasse 35 und 33 kommt Erich Oberli mit der Idee bei seiner Firma nicht nur 1 Stock höher zu bauen sondern gleich 2 Stockwerke draufzusetzen. Das heisst der oberste Stock wäre dann nutzbar für ein neues Aikido-Dojo Langenthal.
160 m2 Matten, grosse Garderoben, Wellness-Duschen, Küche mit einem „Aikido-Beizli“ und eine Dachterrasse….. alles wurde im 2009 erstellt und langsam fertig gestellt.
Einfach ein Traum. Ein Ort, wo man sich fürs Training einfach wohlfühlt.
2010…. Fritz wird mit dem 6.Dan Aikikai geehrt
Im Januar 2010 entscheidet das Honbu-Dojo in Tokyo, wo das Grosskind (Moriteru Ueshiba) des Aikido-Gründers Morihei Ueshiba die Aikido-Weltzentrale leitet, das an Fritz Heuscher der 6.Dan Aikido Aikikai verliehen wird. Dies ist eine grosse Ehre für Fritz aber auch ein wichtiger Schritt für die Aikido-Schule Langenthal. Nun kann jeder Schüler der Schule alle Prüfungen die möglich sind, begleitet durch die Schule, ablegen (bis und mit 4.Dan Aikikai).
Nur sehr wenige Schulen können das heute bieten und mit dem Aus- und Weiterbildungsprogramm, kreiert durch Meister Ikeda, können die Schüler auf jede Prüfung optimal vorbereitet werden.
Fritz unterrichtet als Aikido-Meister regelmässig in verschiedenen Dojos der Schweiz. Ausserdem hat er einen Lehrauftrag für den Verband in Bolivien und unterrichtet regelmässig Seminare in Holland, Oesterreich und Tschechien (Dojo-Partnerschaft mit Jihlava). So können die Mitglieder von Langenthal auch von einem internationalen Austausch profitieren.
2010… Neuer Auftritt mit neuer Homepage
Da Aikido keinen Wettkampf kennt ist es sehr wichtig die Bevölkerung über das Angebot von Aikido zu informieren. Dazu ist ein attraktiver Auftritt im Internet sehr wichtig. Und auch die Werbung muss aktuell gestaltet werden.
In intensiver Arbeit wurde zuerst das Kinder-Schulungs-Programm angepasst. Dann der neue Internet- und Werbeauftritt gestaltet und umgesetzt.
Mit dieser Arbeit fürs Aikido wollen wir die Werte des Aikido in Langenthal und Umgebung noch bekannter machen und möglichst viele Leute dazu begeistern.
Also… die Geschichte geht weiter…. :-)
by FH 2010
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